Netzraum Kärnten – Ein Kooperationsprojekt von APG und Kärnten Netz

APG und Kärnten Netz

Zum Projekt Netzraum Kärnten

Netzraum Kärnten ist ein Kooperationsprojekt von Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz (KNG-Kärnten Netz). Ziel ist es, das Netz fit für die Anforderungen der nächsten 100 Jahre zu machen, bestehende Lücken im österreichischen Höchstspannungsnetz zu schließen und zugleich das regionale 110-kV-Netz deutlich zu stärken.

Das Vorhaben besteht aus einer neuen 380-kV-Verbindung samt 110-kV-Mitführung zwischen Lienz in Osttirol und Obersielach in Kärnten.

192 km beträgt die Gesamt-Trassenlänge des Projekts, davon ca. 170 km Mitführung. Rund 140 km bestehender 110-kV-Leitungen der Kärnten Netz werden im Rahmen des Projekts rückgebaut.

Mit diesem Projekt eröffnet sich eine Jahrhundertchance: Es stärkt Kärnten und Osttirol als Wirtschafts- und Lebensraum, sichert die Stromversorgung kommender Generationen, ermöglicht die zusätzliche Einspeisung von Strom aus erneuerbarer Energie und unterstützt den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen.

Wo stehen die Planungen zum im April 2026?

Die Feintrassenplanung hat die Halbzeit erreicht. Mit ganz vielen Gemeinden wurde die Trasse mit den gewünschten Änderungsanpassungen gemeinsam fixiert.

Nun startet die Intensiv-Phase mit zahlreichen Untersuchungen vor Ort:
Geologische und ökologische Kartierungen werden durchgeführt, ebenso die detaillierte Erhebung von Quellen und Wegen.

Der Großteil der Trasse ist bereits festgelegt; es gibt nur ganz wenige Bereiche, in denen es noch zwei Varianten gibt. Dazu erfolgen derzeit Untersuchungen; auch hier werden die Entscheidungen bis zum Sommer 2026 fallen.

Die Festlegung der Maststandorte und Zufahrten erfolgt bis Ende Herbst 2026.

Welche fachlichen Arbeiten unterstützen die Planung?

Parallel zu den Abstimmungen in der Planung werden Kartierungen unter anderem in den Bereichen Naturschutz, Raumordnung, Landschaft und Forstwirtschaft durchgeführt.

Seit März finden zudem in allen Gemeinden umfassende Erhebungen zu Einbauten statt.

Ab April werden geologische Untersuchungen und Bodenerkundungen an den geplanten Maststandorten durchgeführt, etwa durch Kernbohrungen oder Baggerschürfe.

Sofern Arbeiten im Wald erforderlich sind, werden entsprechende Rodungsbewilligungen eingeholt.

Grundeigentümer:innen werden im Vorfeld informiert, und notwendige Eingriffe werden gemäß den Richtlinien der Landwirtschaftskammer entschädigt.

Zudem sind mittlerweile beauftragte Unternehmen im Einsatz, um Einbauten an möglichen Maststandorten zu erfassen.

Verträglich für Mensch & Natur: Humanmedizin wichtiger Fachbereich bei Planungen von Stromleitungen

Alle gesundheitsrelevanten Fragestellungen werden umfassend im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) untersucht.

Neben der Bewertung möglicher Auswirkungen elektromagnetischer Felder unter Berücksichtigung international anerkannter Grenzwerte fließen Aspekte wie Lärmemissionen im Betrieb, die langfristige Sicherung von Luft-, Boden- und Wasserqualität sowie die Auswirkungen auf Landschafts- und Erholungsräume in die Analysen ein.

Auch die Bündelung mit bestehender Infrastruktur wird betrachtet, um mögliche kumulative Effekte realistisch einschätzen zu können.

Die Trasse wird – soweit technisch und topografisch möglich – in möglichst großem Abstand zu Siedlungen geplant. Über 60 % der Trasse verläuft im Wald.

Die Planung erfolgt interdisziplinär unter Einbindung von Fachleuten aus den Bereichen EMF (elektromagnetische Felder), Schalltechnik, Lufttechnik und Humanmedizin, um den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung sicherzustellen.

Zur fundierten wissenschaftlichen Einordnung wertet die APG laufend aktuelle nationale und internationale Forschungsergebnisse systematisch aus, aber auch eigene Studien werden in Auftrag gegeben.

Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Entscheidungen stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basieren.

Eine neue Gesamtbewertung der Studienlage der medizinischen Forschung zum Thema „EMF und Gesundheit” von Univ.-Prof. Dr. Gerald Haidinger vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien kommt zum Ergebnis:

Der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass trotz jahrzehntelanger intensiver Untersuchungen keine gesundheitsschädlichen Effekte durch niederfrequente elektromagnetische Felder sicher nachgewiesen worden sind.

Zudem bieten die geltenden Grenzwerte ein hohes Schutzniveau.

Bei deren Einhaltung kann eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden, da keine Hinweise auf relevante biologische Effekte vorliegen.

Zusammenfassend lässt sich festhalten:
Die Freileitung im Projekt Netzraum Kärnten gilt nach aktuellem Stand der Wissenschaft als gesundheitlich unbedenklich und entspricht höchsten Schutzstandards.

Warum ist die Umsetzung von Netzraum Kärnten wichtig?

Österreichs Strombedarf wächst. Nach Jahren eines weitgehend stabilen Verbrauchs steigt die Nachfrage wieder deutlich an:

2024 lag der Stromverbrauch laut E-Control bei rund 65 Terawattstunden, 2025 bereits bei fast 67 Terawattstunden.

Was nach einem moderaten Anstieg klingt, markiert einen strukturellen Wandel.

Der steigende Bedarf ist Ausdruck der Energiewende: Immer mehr Bereiche – Industrie, Verkehr und Wärmeversorgung – stellen von fossilen Energieträgern auf Strom um.

Ein Blick auf die langfristige Entwicklung zeigt: Seit 2000 ist der Stromverbrauch um mehr als 20 % gestiegen – von rund 54 TWh auf über 65 TWh im Jahr 2024.

Trotz Effizienzsteigerungen setzt sich dieser Trend fort:

• Industriebetriebe elektrifizieren ihre Prozesse
• die Zahl der Elektroautos steigt
• Wärmepumpen werden zunehmend eingesetzt

Kärnten ist eng in das österreichische Stromsystem eingebunden. Im Sommer entstehen regelmäßig Stromüberschüsse, während im Winter Importbedarf besteht.

Dieser Ausgleich ist nur mit einem leistungsfähigen Übertragungsnetz möglich.

Eine starke Strominfrastruktur ist daher nicht nur ein Erfolgsfaktor, sondern eine zentrale Voraussetzung für Wettbewerbsfähigkeit und das Gelingen der Energiewende – in Kärnten und in ganz Österreich.

20.04.2026